Wörter finden: Wortfeld, freies Schreiben, Wortpaare
Kapitel 10 von 14 · Wörter finden
Die meisten Texte scheitern nicht an der Technik, sondern am leeren Blatt. Drei Werkzeuge helfen dagegen. Das Wortfeld: Du schreibst ein Wort in die Mitte, sammelst verwandte Wörter drumherum und dann Wörter zu diesen Wörtern. Aus „Straße" wird Asphalt, aus Asphalt wird Hitze, aus Hitze wird August. So kommst du weg von den naheliegenden Wörtern. Das freie Schreiben: zehn Minuten ohne Pause, ohne Korrektur, ohne Bewertung. Neunzig Prozent davon ist unbrauchbar – die restlichen zehn sind Gold, und du hättest sie anders nie gefunden. Und die Wortpaare: zwei gewöhnliche Wörter, die noch nie zusammenstanden. „Müder Beton", „höflicher Streit". Nichts Neues entsteht aus dem Nichts, nur aus neuen Verbindungen von Altem.
Die Begriffe
- Wortfeld
- Eine Sammlung verwandter Wörter rund um ein Ausgangswort – und Wörter zu diesen Wörtern.
- Freies Schreiben
- Zehn Minuten schreiben ohne Pause und ohne Korrektur. Das Sieben kommt später.
- Wortpaar
- Zwei gewöhnliche Wörter in einer ungewöhnlichen Verbindung.
- Klischee
- Eine Wendung, die so oft benutzt wurde, dass sie nichts mehr auslöst. Das erste Wort, das dir einfällt, ist oft eines.
Das musst du wissen
- Wie funktioniert ein Wortfeld?
- Ausgangswort in die Mitte, verwandte Wörter drumherum – und dann Wörter zu diesen Wörtern, bis du weit weg bist.
- Was ist die Regel beim freien Schreiben?
- Nicht aufhören, nicht korrigieren, nicht bewerten. Zehn Minuten durchschreiben.
- Warum ist es in Ordnung, wenn das meiste davon schlecht ist?
- Weil du nur den Rohstoff sammelst. Aussortiert wird später – und die guten Stellen hättest du sonst nie gefunden.
- Was ist ein gutes Wortpaar?
- Zwei gewöhnliche Wörter, die noch nie zusammenstanden: „müder Beton", „höflicher Streit".
- Warum ist das erste Wort, das dir einfällt, oft das schlechteste?
- Weil es allen zuerst einfällt. Genau das macht es zum Klischee.
Prüf dich selbst
- Was machst du beim freien Schreiben, wenn dir ein Satz misslingt?
- Weiterschreiben, ohne anzuhalten
Sobald du korrigierst, schaltet sich der Kritiker ein – und genau den willst du für zehn Minuten loswerden. - Wozu ist ein Wortfeld gut?
- Um von den naheliegenden Wörtern wegzukommen
Über zwei, drei Schritte landest du bei Wörtern, die dir direkt nie eingefallen wären. - Welche Verbindung ist ein brauchbares Wortpaar?
- Müder Beton
Die anderen drei hat jeder schon tausendmal gehört. „Müder Beton" nicht. - Was ist ein Klischee?
- Eine Wendung, die durch zu häufigen Gebrauch nichts mehr auslöst
Nicht falsch, nur abgenutzt. Der Hörer hört darüber hinweg, ohne etwas zu empfinden.
Übungen
01Übung
10 Min.Wortfeld: Schreib „Straße" in die Mitte eines Blattes und sammle zehn Minuten lang verwandte Wörter – und Wörter zu diesen Wörtern. Ziel: mindestens vierzig.
Tipp: Wenn du steckenbleibst, nimm nicht das Ausgangswort, sondern das zuletzt gefundene als neuen Start.
02Übung
10 Min.Freies Schreiben: Denk an einen Moment, in dem du auf jemanden gewartet hast. Schreib zehn Minuten am Stück darüber, ohne anzuhalten und ohne zu korrigieren.
Tipp: Wenn dir nichts einfällt, schreib „mir fällt nichts ein", bis dir wieder etwas einfällt. Hauptsache, die Hand bleibt in Bewegung.
Selbst üben
In der App kannst du dieses Kapitel mit Karteikarten und Quiz durcharbeiten – und im Reim-Bot gleich nach Reimen suchen.